Gestrickte Ofenhandschuhe
von Sabina Koschlig
seit langer Zeit schon wollte ich mal ein paar kochfeste Ofenhandschuhe haben, die nicht gleich den Geist aufgeben wenn sie mal bei 95 Grad im Schleudergang richtig sauber werden sollen. Außerdem waren mir die gekauften in Einheitsgröße meist viel zu groß und unförmig. Da ich noch jede Menge Baumwolle (eigentlich für Häkeldeckchen und Gardinen ursprünglich gedacht) liegen hatte, kam mir die Idee davon mehrere Fäden zusammenzuwickeln und es damit zu probieren. Da ich nur ungern häkle gibt es hier nun das gestrickte Ergebnis:

der Rand ein bischen abgesetzt
und den Daumen doch gehäkelt, da er so der Hitze doch besser widersteht.
Damit die Handschuh auch dick genug werden und man nicht evtl. Brandblasen bekommt habe ich vier Fäden (zwei rosa, ein hellblau und ein lila) zusammengewickelt um die nötige Dicke zu erhalten.
48 Maschen anschlagen und da Baumwolle sehr rutschig ist und nicht so schön auf einem Nadelspiel verarbeitet werden kann habe ich sie mit der Rundstricknadelmethode in Runden gestickt. Dazu habe ich zwei Rundstricknadeln gleicher Stärke benutzt eine für die Vorderseite eine für die Rückseite des Handschuhs, so das immer wechselweise die gerade nicht gestrickte Rundenseite auf dem Nylonfaden ruht, so das die zu strickende Seite sich mühelos bearbeiten läßt und nichts stört.
Runde 1: rechte Maschen
Runde 2 + 3: linke Maschen
Runde 4 bis 14 jeweils die erste und die letzte Masche einer Nadel links stricken, alle Anderen rechts stricken, dadurch erhält man eine sogenannte Dehnungsfuge die zwischen Vor und Rückseite des Handschuhs liegt.
Daumenspickel:
Runde 15: erste Masche links (Dehnungsfuge), eine Masche rechts, aus der nächsten Masche zwei Maschen herausstricken , eine Masche rechts, aus der nächsten wieder zwei Maschen herausstricken, Runde wie in Runden 4-14 weiterstricken (rechts mit Dehnungsfuge)
Nach diesem Prinzip weiterarbeiten bis in Runde 18 zwischen der ersten Masche links und inkl. der letzten Zunahme 12 Maschen geworden sind.
Die Runde beenden ( mit Dehnungsfuge). Runde 19 die linke Masche der Dehnungsfuge mit auf die vorherige Nadel abstricken. Die folgenden 12 Maschen rechts abstricken und auf einem Maschenhalter oder einem Faden stillegen. Aus der ersten folgenden Masche 5 Maschen durch aufstricken herausstricken. Die 5. Masche mit der letzen Masche der Vornadel (eine linke der der Dehnungsfuge) links zusammenstricken und so die Runde wieder schließen. Dann in normaler Strickrichtung(also wieder von rechts nach links) mit Dehnungsfuge weiter in Runden stricken bis zur Höhe des Zeigefingers, dann eine Bandabnahme arbeiten wie bei Strumpfspitzen, bis auf jeder Nadel 8 Maschen verbleiben und diese mittels Maschenstich verschließen.
Schmuckrand:
Aus der Anschlagreihe 52 Maschen aufnehmen, mit einem Kontrastgarn (ich habe hier mehrere Blautöne gewählt) eine Runde rechts stricken, dann folgen 6 Runden jeweils zwei rechts zeei links, wobei die rechten Maschen mit der Hauptfarbe und die linken mit dem Kontrastgarn gestrickt werden. Das ergibt ein hübsches Muster. Wechseln auf das Kontrastgarn eine Runde linke Maschen stricken, bei der nächsten Runde linker Maschen abketten.
Als Aufhänger habe ich 15 Luftmaschen an die Seite gehäkelt und einmal feste Maschen darüber.
Daumen:
Beim Daumen werden die stillgelegten Maschen mit festen Maschen abgehäkelt um ihn stabiler und Hitzeundurchlässiger zu machen. Dadurch das der Daumenspickel gestrickt wurde, bleibt er aber schön beweglich und man kann damit besser greifen und festhalten.
Aus der gegenüberliegenden Seite entsprechend der gewünschten Daumenweite ebenfalls feste Maschen häkeln, bei mir waren es 8 insgesamt 20 feste Maschen die in Runden weitergehäkelt werden.
Ab Höhe des Daumennagels anfangen abzunehmen; indem feste Maschen beim Häkeln ausgelassen werden.
Die erste und die zweite Runde jeweils vier abnehmen, 12 Maschen Rest.
Die nächste Runde jede zweite Masche auslassen, 6 Maschen Rest.
Wieder eine Runde jede zweite Masche auslassen , 3 Maschen übrig, durch diese den Faden ziehen, schön fest auf die Linke Seite ziehen und gut vernähen.
Alle restliche Fäden vernähen, fertig.
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